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AStA-Vorsitzende zurückgetreten / Diskussion über Rassismus und Nationalismus
Die AStA-Vorsitzende Aida Golghazi (Wiwi-Liste) ist in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag überraschend zurück getreten. Der Studierendenparlamentspräsident Sèverin Pabsch (Juso-HSG) verkündete den Rückritt während einer Antragsdiskussion auf der Studierendenparlamentssitzung vom 27. Januar 2011. Damit endet die Amtszeit aller AStA-Mitglieder. Der aktuelle Rest-AStA der Universität Hamburg ist somit nur noch kommissarisch geschäftsführend im Amt.
Dies mitten in der emotionalen Auseinandersetzung um die Reproduktion und Verstärkung von rassistische Stereotypen und Zuschreibungen durch den Einladungstext zum AStA-Imagefilm "Inside AStA".
Wörtlich ist im Einladungstext des AStAs zu lesen: „Der Morgen dämmert über dem Hamburger Univiertel – seine Bewohner schlafen natürlich noch. Nur im prächtigen Kuppelsaal des historischen Hauptgebäudes regt sich was: farbenprächtig gewandete afrikanische Reinigungskräfte gehen gospelnd ihrer Arbeit nach – und wehren sich dabei routiniert gegen den Versuch einiger Kommilitonen, ihre Flyer auf der soeben gewischten Bestuhlung auszulegen.“ Dazu ein klischeehaftes Foto von drei Schwarzen Putzkräften die Studierende verjagen. (Verbreitet vom AStA per Flyer, Newsletter und auf der Homepage: http://www.asta-uhh.de/home/home-detail/article/asta-kurzfilm-inside-ast.... Der Text auf der Homepage wurde inzwischen entschärft und verändert).
Um sich hiervon zu distanzieren, erklärte der FSR Geographie im Namen der Studierenden: „Wir distanzieren uns vom Image-Film ‘Inside AStA’ und insbesondere der damit im Zusammenhang stehenden Mitteilung auf der Homepage des AStA. Wir können nicht nachvollziehen, wie die Darstellung von stereotypen und rassistischen Ansichten eine Image-Kampagne des noch amtierenden Asta sein kann. Außerdem fordern wir die die Offenlegung der Finanzierung.“
Statt auf die öffentliche Kritik des Fachschaftsrates Geographie einzugehen, beschimpfte der AStA-Kulturbeauftragte Timo Hempel (Juso-HSG) die Studierenden als „Linksextremisten“. Auf die von einer Studentin mündlich vorgetragene Argumentation, das durch den Einladungstext das Klischee der „weiblichen afrikanischen Reinigungskräfte“ verstärkt und reproduziert wird, ging Hempel nicht ein. Auch die Fragen, ob der AStA die Arbeit der Reinigungskräfte an der Uni wertschätze und warum schwarze Menschen per se als Afrikaner bezeichnet würden und ob die Reinigungskräfte eventuell die deutsche Staatsbürgerschaft haben, wurden durch den AStA nicht beantwortet.
In einem gemeinsamen Antrag der StuPa-Fraktionen „Fachschaftsbündnis, harte zeiten, Linke.SDS, Liste Links, Regenbogen / Alternative Linke“ heißt es hierzu: „Wenn formuliert wird, dass
1. Reinigungskräfte – wie selbstverständlich weibliche – notwendigerweise Migrant_innen seien,
2. Schwarze per se Afrikaner_innen seien, sie – selbstverständlich –
3. in „exotischer“ folkloristischer Kleidung auftreten und sie
4. als gospelnd ihrer Arbeit nachgehend beschrieben werden,
ist dies die plumpe Reproduktion und Verstärkung rassistischer Stereotype und Zuschreibungen.
Diese werden noch dadurch verstärkt, dass den Reinigungskräften die Rolle der Gegenspieler der Öffentlichkeitsarbeit des AStA zugewiesen wird. So wird vom selbsternannten ‘Kultur’-AStA mit den Mitteln der Verfassten Studierendenschaft die Aufrechterhaltung bestehender gesellschaftlicher Unterdrückungsverhältnisse befördert, die – wissenschaftlich begründet auch aus der Universität heraus – bekämpft werden müssen.“ Der vollständige Antrag „Rassismus ist kein Werbe-Gag“ steht als PDF online: http://stupanews.files.wordpress.com/2011/01/antrag-stupa-rassismus-ist-....
Der AStA verweigerte die Vorführung des Films im Studierendenparlament. So konnte nur der Einladungstext samt Fotos und nicht der Film an sich beurteilt werden.
Das Abendblatt berichtete bereits: http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article1770410/Rassismus-an-....
Zur Filmpremiere werden kritische Aktionen von Studierenden und antirassistischen Initiativen angekündigt: http://wochenendseminar.blogsport.de/weitere-aktivitaeten/. Hindergrundinformation zum Thema gibt’s auch bei der Schwarze media-watch-Organisation "der braune mob e.V.": http://www.derbraunemob.info/fragen/.
Zuvor wurde bereits sehr heftig der Einzug des rechten RCDS ins Studierendenparlament, die umstrittene Flüchtlingsalterbestimmung im UKE sowie die geplante Blockade des Naziaufmarsches in Dresden diskutiert. Dazu gibt es einen Bericht online: http://de.indymedia.org/2011/01/298898.shtml.
Laut einer Pressemiteilung von CampusGrün erklärte Aida Golghazi in einem Rücktrittsschreiben: „Ich distanziere mich von einem AStA, welcher sich auf einer Koalition begründet, die sich, mal abgesehen von einer der Listen, der Juso-Hochschulgruppe, hochschulpolitisch sinnvoller Arbeit größtenteils entzieht und sie durch verschiedene Interaktionen verhindert. Die Legislatur kann ich daher mit keinem guten Gewissen mehr fortführen." (Quelle: http://www.campusgruen.org/news/AStA_Vorsitzende_tritt_zurueck/).
Innerhalb der AStA-Koalition aus (Kahrs/Realo-) Juso-HSG, LHG, Geiwi-Liste, Wiwi-Liste und einigen weiteren sogenannter Fachbereichlisten hat es seit einigen Wochen persönliche und politische Auseinandersetzungen gegeben. Diese haben auch ihre Mehrheit im nächsten Studierendenparlament verloren. Bereits mit dem Verkünden des Wahlergebnisses zum Studierendenparlament am 14. Januar kündigte sich eine neue Mehrheit für die nächste Amtsperiode ab dem Sommersemester an. Die jetzige Situation macht eine Koalitionsbildung für einen linken politischen AStA – mit CampusGrün, Regenbogen/AL und SDS (18 StuPa-Sitze) plus X – wahrscheinlicher. Das Arbeitsprogramm eines solchen möglichen AStAs steht online: http://stupanews.wordpress.com/2010/04/21/dokumentiert-fu%CC%88r-einen-p....
Einen ausführlichen Bericht zum Rücktritt aus dem AStA-Vorstand und der hochschulpolitischen Situation gibt es wie so oft bei StuPa-News: http://stupanews.wordpress.com/2011/01/28/asta-vorsitzende-tritt-uberras....
Astanews berichtete zuvor über die studentischen Gelder an die Pferdestall Kultur GmbH und weiteren Wirtschaftsunternehmen: http://astanews.blogspot.com/2010/12/was-passiert-mit-deinem-semesterbei... sowie über das System Johannes Kahrs: http://astanews.blogspot.com/2010/12/das-system-johannes-kahrs.html.
Dank dem http://derunipanther.blogspot.com/ kann hier noch ein Schmankerl präsentiert werden:
Wer sich mal weiter durch dem Uni-Panther-Blog klickt, wird viel Ernstes, Satirisches aber auch Witziges finden. Nicht so lustig, aber dafür Inhaltliches gibt es bei der FSRK: http://www.fsrk.de/

Aida Golghazi ist eine schreckliche Betrügerin
Aida Goghazi, hat ziemlich viel Ärger im Asta hinterlassen und sollte lieber hoffen, das davon nichts publik gemacht wird.
Die Frau hat von Hochschulpolitik keine Ahnung und war wenn es hochkommt, höchstens 3 mal im Asta Büro.
Grundsätzlich sollte man mal überlegen, wie oft man Aida die letzten 3 Monate überhaupt auf dem Campus gesehen hat.
Sie hat ihren Arsch an die Jusos und die Grünen verkauft und das ohne einmal über die Konsequenzen ihres Rücktrittes nachzudenken.
Hallo lieber Asta-Referent...
Anstatt der einzige Ordentlichen die Schuld zuzuschieben solltet ihr euch mal fragen ob es nicht besser gewesen wäre,
ihr wärt gleich alle vom Campus weggeblieben. Jemanden im Internet als Betrügerin darzustellen ist außerdem echt asozial.
"Aida Goghazi, hat ziemlich viel Ärger im Asta hinterlassen und sollte lieber hoffen, das davon nichts publik gemacht wird."
..Ihr denkt auch, ihr hättet euch in einem Image-Film verlaufen, was? (rofl)
Ergänzung
Dumm seid ihr trotzdem alle miteinander
Studierende erschreckt von Rassismen und Sexismen im AStA-Film
Hallo Leute,
der Film war schlimmer als die Einladung und Hempel noch schlimmer. Aus Kritik wurde Entsetzen, aus Entsetzen wurde Wut und aus Wut wieder Kritik die bereits zum Plenum und wieder zur politische Bewegung wurde. Es stehen weitere Berichte online und es werden mehr werden… viel mehr:
Hamburg: Uni AStA zeigt umstrittenen Imagefilm
http://de.indymedia.org/2011/02/299569.shtml
SDS: Teuer, rassistisch und schlecht - der AStA-Imagefilm
http://dielinkesdsunihamburg.blogspot.com/2011/02/teuer-rassistisch-und-...
FSR Erziehungswissenschaft: Rassismus im „Imagefilm“ des AStA der Uni Hamburg – oder alles bloß „Satire“?
http://webapp5.rrz.uni-hamburg.de/fsr-db/wordpress/?p=894
AStA der Uni Hamburg präsentiert sich in Imagefilm mit white supremacy
http://blog.derbraunemob.info/2011/02/01/asta-der-uni-hamburg-praesentie...
Reproduktionen von rassistischen Stereotypen im AStA-Imagefilm?
Hallo Leute,
weitere Infos zum Thema gibts auch hier:
AStA der Uni Hamburg präsentiert sich in Imagefilm mit white supremacy
http://blog.derbraunemob.info/
Rassismus im „Imagefilm“ des AStA der Uni Hamburg – oder alles bloß „Satire“?
http://gewstudis.blogsport.de/2011/02/02/rassismus-im-imagefilm-des-asta...
Protest im Abaton Kino
http://wochenendseminar.blogsport.de/2011/02/02/protest-im-abaton-kino/
Rassismus ist kein Werbegag (Uni HH)
http://de.indymedia.org/2011/02/299239.shtml
linker politischer AStA
CampusGrün (8) + Rebo (6) + SDS (3) haben zusammen nur 17 Sitze, nicht wie oben angegeben 18. Es fehlen also 7 Sitze zur Mehrheit.
Re: linker politischer AStA
Ja das stimmt. Sowohl der bisherigen AStA-Koalition, als auch der mögliche Koalition „politischer AStA“ fehlen Sitze für die Mehrheit im StuPa. Auf das X kommt es bei beiden Seiten an, wenn es „diese“ beiden Seiten überhaupt im neuen StuPa wie bisher noch gibt.
Die vorausgegange Polarisierung hat ja zur dieser Blockbildung von Links und Rechts geführt und diese beiden Blocke haben aktuell etwa je die Hälfte der Sitze. Blöcke sind aber noch keine Koalitionen und das X ist noch ein oder mehrere Fragezeichen für beide Seiten.